Ohne interne Kommunikation keine gute Führung?

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Wer arbeitet, leistet mehr. Mitarbeiterzufriedenheit hängt neben dem Stil der Führung vor allem von interner Kommunikation und der Wahl der Medien ab.

Transformationale Führung funktioniert nur mit symmetrischer interner Kommunikation und sollte Face-to-Face erfolgen.in transformationaler Führungsstil hängt besonders von der Art der internen Kommunikation in Unternehmen ab. Linjuan Men von der Southern Methodist University hat sich in ihrer Studie damit beschäftigt, wie ein transformationaler Führungsstil mit symmetrischer interner Kommunikation, der Wahl der Medien und der Mitarbeiterzufriedenheit in Verbindung steht.

 

Der Schlüssel zu zufriedenen Mitarbeitern 

Doch was genau ist eigentlich transformationale Führung? Transformationale Führung ist ein Führungsstil, bei dem die Führungskraft eine enge Bindung mit ihren Mitarbeitern eingeht. Das Wohlergehen der Mitarbeiter steht bei der transformationalen Führung an erster Stelle. Ziel ist es, eine emotionale Beziehung zwischen Führungskräften und Mitarbeitern zu schaffen. Dadurch sollen die Bedürfnisse der Mitarbeiter besser erkannt und erfüllt werden. Wichtige Begriffe sind hier Verständnis, Empathie, Mitgefühl und gegenseitiges Vertrauen. Außerdem ist die Aufgabenteilung mit den Mitarbeitern besonders wichtig. Die Mitarbeiter sollen ebenfalls wichtige Entscheidungen treffen, damit sie weniger abhängig von Führungskräften sind. Transformationale Führungskräfte legen zudem Wert auf persönliche Kommunikation mit ihren Mitarbeitern und gegenseitiges Feedback. Die Mitarbeiter erhalten mehr Autorität und fühlen sich weniger kontrolliert oder manipuliert. Dadurch sind Mitarbeiter unter transformationaler Führung zufriedener mit ihrem Unternehmen.

Die Art der internen Kommunikation ist wichtig

Die Merkmale der transformationalen Führung gehören auch alle zur symmetrischen Kommunikation. Symmetrische Kommunikation soll den Dialog zwischen dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern aufrechterhalten. Der Dialog basiert auf gegenseitigem Vertrauen, Offenheit, Reziprozität und Feedback. Dadurch sind die Mitarbeiter allgemein zufriedener mit ihrem Job und identifizieren sich stärker mit dem Unternehmen. Aufgrund ihrer Orientierung an den Bedürfnissen der Mitarbeiter verwenden Unternehmen mit transformationaler Führung symmetrische interne Kommunikation. Die Studie beweist: Transformationale Führung geht nur mit symmetrischer interner Kommunikation.

Interne Kommunikationskanäle im Unternehmen machen den Unterschied aus

Aus Men’s Studie geht hervor, dass Unternehmen bisher zur Übermittlung von Informationen über wichtige Entscheidungen, Veranstaltungen, Änderungen und Strategien hauptsächlich E-Mails, Printmedien und Meetings verwenden. Dabei sei von Mitarbeitern mehr Face-to-Face Kommunikation durch Meetings und interpersonale Kommunikation in ihrem Unternehmen gewünscht. Printmedien wie Broschüren, Newsletter, Reports usw. seien dagegen weniger erwünscht. Ausnahme: E-Mails seien ein unverzichtbarer Bestandteil des Arbeitsalltags der Mitarbeiter. Von Mitarbeitern sei zwar mehr Face-to-Face Kommunikation erwünscht, aber auch interne Kommunikation per E-Mail sei weiterhin geschätzt.

Interne soziale Medien haben Potenzial

Soziale Medien sind in der Unternehmenskommunikation noch relativ neu. Men fand heraus, dass Unternehmen interaktive und personale soziale Medien noch kaum zur internen Kommunikation nutzen. PR-Experten hätten aber bereits die Vorteile von sozialen Medien in der symmetrischen internen Kommunikation erkannt: Soziale Medien hätten viel Potenzial zum Aufbau von Beziehungen auf Basis symmetrischer Kommunikation. Soziale Medien in Unternehmen, wie z.B. Blogs oder soziale Netzwerke seien interaktiv und daher perfekt geeignet zur symmetrischen Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Durch Kommentieren, Teilen, Online-Chats und Audio- und Videofunktionen via Webcam würden sich Mitarbeiter besser im Unternehmen engagieren, beteiligen und ihre eigene Meinung einbringen können. Daher sollten soziale Medien in Zukunft auch stärker in die interne Unternehmenskommunikation integriert werden.

Fazit

Mitarbeiter wünschen sich mehr interpersonale Kommunikation mit ihren Führungskräften. Symmetrische interne Kommunikation ist ein fester Bestandteil der transformationalen Führung. Dadurch wird die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöht.

15-06-03_Merke
  • Transformationale Führung macht Mitarbeiter zufriedener
  • Interne Kommunikation sollte symmetrisch sein
  • Interpersonale Kommunikation mit Mitarbeitern erhöhen
  • Soziale Medien mehr in die interne Kommunikation integrieren
Methode-Button
  • Quantitative Online-Befragung
  • 400 Befragte mit verschiedenen Positionen in mittelgroßen und großen amerikanischen Unternehmen
  • Auswahl durch großes amerikanisches Panel: multinationale Stichprobe
  • Wahrnehmungen statt tatsächliche Führungsstile abgefragt
  • Inhalte und Struktur der internen Kommunikation nicht beachtet

📖 Weiterlesen: Men, R. L. 2014. Strategic Internal Communication: Transformational Leadership, Communication Channels, and Employee Satisfaction. Management Communication Quarterly, Volume 28(2), 264-284.

© Foto von Brooke Lark auf Unsplash

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