It’s all about the money! Warum Blogger bloggen

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Stimmt es, dass Blogger nur auf Geld aus sind? Was treibt Blogger wirklich an und was bedeutet das für PR-Praktiker?

„Ich blogge, also bin ich.“ – Zu diesem Bekenntnis ließ sich Christine Finke von der Süddeutschen Zeitung hinreißen. Sie ist eine der erfolgreichsten Mama-Bloggerinnen Deutschlands. Neben ihrer Seite „Mama arbeitet“ gibt es viele weitere Elternblogs. Sie heißen „Baby, Kind und Meer“, „Hauptstadtmutti“ oder „Frau Mutter“. Die thematische Ausrichtung zeigt sich meist schon in den Blognamen. Doch was bringt die Betreiberinnen dazu, im Internet über Schwangerschaftsübelkeit, Erziehungstipps oder den besten Kinderwagen zu schreiben? Und warum ist das für PR-Praktiker oder Marketingexperten wichtig?

Was wir von bloggenden Müttern aus Australien lernen können

Eine aktuelle Studie aus Australien will auf diese Fragen Antworten gefunden haben. Um herauszufinden, was grundlegende Motivationen von Blogbetreibern sind, haben Catherine Archer und Paul Harrigan 46 australische „Mom bloggers“ befragt. Die unterschiedlichen Antriebskräfte dieser Mama-Bloggerinnen lassen sich in sechs Kernmotiven zusammenfassen:

  1. Sich mit den Lesern und anderen Bloggern verbunden fühlen
  2. Anderen mit Erfahrungsberichten und Ratschlägen helfen
  3. Bloggen als „Seelentherapie“ und Ventil
  4. Der eigenen Meinung Gehör verschaffen
  5. Fähigkeiten verbessern, weiterentwickeln oder aufrechterhalten
  6. Geld verdienen

Das meistgenannte Kernmotiv ist die Verbundenheit. Das Gemeinschaftsgefühl, das sich in der Community mit Lesern und anderen Bloggern ergibt, sei demnach die Hauptmotivation für die Befragten. Doch die Motivation zu bloggen, könne sich im Zeitverlauf auch verändern. Denn mit wachsender Reichweite und zunehmendem Erfolg werden Blogs auch für Unternehmen immer interessanter. Bloggen kann so zu einer lukrativen Tätigkeit werden.

#werbung Warum (Eltern-)Blogs für Unternehmen relevant sind

Auch wenn 46 australische Mütter wohl kaum die gesamte Blogosphäre des Internets repräsentieren, konnte die Studie erstmalig belegen: Geld spielt eine Rolle und ist ein wichtiger Motivator für Blogbetreiber. Dies konnte bisher in keiner anderen Forschungsarbeit nachgewiesen werden, wie die Autoren betonen. Das heißt: Viele Blogger, egal ob Mutti oder nicht, wollen mit ihren Beiträgen Geld verdienen. Sie sprechen Kaufempfehlungen für Produkte aus oder werden zu Markenbotschaftern. Dafür lassen sie sich von den entsprechenden Unternehmen bezahlen. Oft werden Blogposts mit #sponsored, #ad oder #werbung gekennzeichnet. Aus Unternehmenssicht kann eine Zielgruppenansprache kaum einfacher, präziser und effektiver sein.

Ziele von Blog und Unternehmen müssen zusammenpassen

Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Die australische Studie hat nämlich auch herausgefunden, dass nicht jeder bloggt, um Geld zu verdienen. So lässt sich auch Christine Finke nicht vom Geldgedanken leiten. Gerade deshalb ist es für Unternehmen unabdingbar, vor einer Kooperationsanfrage einen infrage kommenden Blog genau zu analysieren: Was möchten wir? Was sind die Motivationen hinter dem Blog? Und: Passen unsere Ziele zusammen?

Speziell in Bezug auf Mama-Blogs ist zu berücksichtigen, dass es sich hierbei um eine ganz besondere Zielgruppe handelt. Mütter sind stark und verletzlich zugleich, so die australischen Forscher. Mama-Bloggerinnen geben viel Intimität und Persönlichkeit in ihren Beiträgen preis. Das macht sie angreifbar – aber gleichzeitig auch so erfolgreich.

15-06-03_Merke
  • Die Studie konnte sechs Kernmotive von australischen Mom-Bloggern identifizieren.
  • Verbundenheit mit der Community und mit anderen Bloggern ist das meistgenannte Kernmotiv.
  • Geld ist auch ein wichtiger Motivator für Blogbetreiber. Dies konnte mit der Studie erstmalig belegt werden. Es gibt aber Ausnahmen.
  • Unternehmen müssen daher vor einer möglichen Kooperation die eigenen Ziele und die des Blogs analysieren.
Methode-Button
  • Qualitativer, interpretativer Forschungsansatz
  • Stichprobe: 46 bloggende Mütter aus Australien
  • Erhebung: Keine Angaben zu Erhebungszeitraum, Fragebogenaufbau oder Interviewsituation
  • Auswertung: Induktives Codieren der verschriftlichten Interviews
  • Interessanter Ansatz, aber mangelnde Generalisierbarkeit → weitere Forschung notwendig

📖 Weiterlesen: Archer, C., & Harrigan, P.Prosumers with passion: Learning what motivates bloggers as digital influencer stakeholders. PRism, 13(1).

Bildquelle: Designed by Dooder / Freepik

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